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Gesund bleiben

Richtig Lüften hilft Ansteckung vermeiden.

Ob Corona, normale Grippe oder einfache Erkältung: So manche Krankheit wird durch Aerosole übertragen. In diesen kleinsten Partikeln stecken Krankheitserreger, die noch Stunden später in der Luft schwirren können - es sei denn, regelmäßiges Lüften verhindert das. Je mehr Menschen sich in einem Raum befinden, desto größer ist die Gefahr der Ansteckung. Deshalb gehört Lüften zu einem guten Hygienekonzept. Aber wie geht das eigentlich richtig? Und sind Klimaanlagen nun Virenschleudern oder nicht?

Was sind Aerosole?

Mit bloßem Auge können wir sie nicht sehen: Aerosole sind winzig. Sie sind wesentlich kleiner als sogenannte Tröpfchen, die der Tröpfcheninfektion ihren Namen geben. Weil sie so klein sind, können sie stundenlang in der Luft bleiben. Das macht ihre Gefährlichkeit aus.

So groß sind Aerosole

Aerosole sind Teil größerer Partikel von maximal 5 Mikrometer. Selbst sind sie aber wesentlich kleiner: bis zu 0,16 Mikrometer.

Mit jedem Ausatmen verteilen wir Aerosole im Raum. Sprechen, beschleunigte Atmung, etwa beim Sport oder Singen, vergrößert die Zahl noch. Wer sich dann zeitgleich mit uns im Raum aufhält, atmet dies irgendwann ein. Denn Aerosole schweben aufgrund ihres geringen Gewichts noch Stunden später in der Luft - lange also, nachdem wir den Raum verlassen haben!

So schnell breiten sich Aerosole aus:

  • Eine halbe Minute brauchen Aerosole bis zur Decke eines Raumes
  • In einer Minute können Aerosole sich drei Meter um einen Menschen herum verteilen.
  • Zwei Minuten dauert es bis zur Verteilung im ganze Raum (größenabhängig). (1)

Je mehr frische Luft, desto besser

Im Freien breiten sich Aerosole zwar auch aus. Sie verteilen sich aber besser und werden bald durch die ständige Luftbewegung zerstreut. Dies ist also wichtig: Luftbewegung verteilt die Aerosole, sorgt für deren Zerstreuung und damit für weniger Ansteckungsgefahr.

Wo ist gute Raumluft besonders wichtig

Naturgemäß sind Aerosole vor allem in geschlossenen Räumen problematisch. Je mehr Menschen sich dort aufhalten, desto größer ist die Gefahr einer Infektion. Als Faustregel gilt darum: Je mehr Menschen sich in einem engen Raum aufhalten, desto häufiger sollte gelüftet werden.

Orte, die sehr gut belüftet werden sollten:

  • Büros, Wartezimmer
  • Schulen, Uni-Räume, Kitas
  • öffentliche Verkehrsmittel
  • Ämter
  • Hotels
  • Kinos, Theater
  • private Wohnräume

Tipp:

Ventilatoren können gute Belüftung unterstützen. Sie sollten aber vorsichtig eingesetzt werden, also eher auf schwacher Stufe laufen. Die Luftbewegung muss stets zum Fenster hin erfolgen!

Wie erfahre ich, wann die Luft in einem Raum verbraucht ist?

In Schulen und in Büros häufig genutzt: CO2-Messgeräte haben sich bewährt. Sie zeigen an, wenn der CO2-Wert in einem Raum über einen bestimmten Wert steigt. Parallel sinkt der Anteil an Sauerstoff, die Luft ist verbraucht. Das Gerät gibt einen Warnton aus, was heiß, spätestens jetzt sollte gelüftet werden.

Was sagt das Robert Koch Institut?

Das RKI warnt vor steigender Ansteckungsgefahr in engen, schlecht belüfteten Räumen. Auch hier lautet die Empfehlung, regelmäßig zu lüften. Jedoch warnt das Institut davor, andere Hygienemaßnahmen zu vernachlässigen, denn nur gemeinsam können alle Hygienemaßnahmen einen wirksamen Schutz gegen Ansteckungskrankheiten wie Corona bieten. Besonders im Klassenzimmer ist das überaus wichtig.

Gemeinsam mit dem Umweltbundesamt hat das RKI hierzu Richtlinien erarbeitet (2). Es empfiehlt die Nutzung von RLT, also Anlagen zur Verbesserung der Raumluft. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die Luft nicht nur umgewälzt, sondern tatsächlich ausgetauscht wird.

Zusätzlich können RLT heizen, klimatisieren oder die Luft befeuchten, sofern das nötig ist. Voraussetzung für einen sinnvollen Einsatz bei Covid19 ist, dass die Frischluft stets die verbrauchte Luft ersetzt.

Umluftanlagen eignen sich daher weniger, weil sie die Luft mischen: Ein Teil der verbrauchten Luft kommt dann mit der frischen Luft in den Raum zurück. Das ist wenig hilfreich, weil sich so auch die gefährlichen Aersosole weiter verbreiten.

Welche Luftfilter gibt es?

Moderne Luftfilteranlagen (RLT-Anlagen) sind nicht nur im Klassenzimmer sehr effektiv. Voraussetzung ist jedoch, dass sie die Raumluft wirklich abreichern. Dazu braucht es leistungsstarke HEPA-Filter (High Efficiency Particulate Air, Hochleistungsschwebstofffilter).

HEPA Filter sind in der EU genormt und tragen bestimmte Bezeichnungen: Nach EN 1822-1 sollten sie mindestens der Klasse H13 oder H14 angehören, um effektiv zu sein.

Es gibt auch die Klassen S7 - S9, die aber weniger effektiv sind. Denn sie halten zwar feinere Partikel zurück, etwa Feinstaub. Gegen die Aerosole der genannten Größenordnung richten sie nichts aus, denn diese sind noch kleiner.

Wo werden HEPA Filter bereits verwendet?

Diese Filter existieren seit nahezu achtzig Jahren. Sie ähneln vom Prinzip her einem Staubsauger und finden seit langem da Anwendung, wo feinste Partikel die Arbeit stören können:

  • Kliniken: OP Räume, Intensivstationen
  • Labore: Reinräume
  • weitere Gesundheitseinrichtungen

Was ist bei der Aufstellung und Nutzung mobiler Filter zu beachten?

Gibt es keine standfeste RLT, sind mobile Filter eine ideale Lösung. Es ist aber auch wichtig, wo sie im Raum stehen: Stören viele Möbel im Raum den Luftstrom, kann seine Wirksamkeit herabgesetzt sein.

Auch sollten die Filter regelmäßig gewartet werden: So muss zwingend von Zeit zu Zeit geprüft werden, ob ihre Funktion noch gewährleistet ist.

Dauerbetrieb ist dabei besser als das zeitweilige Einschalten. Nur so lässt sich die Virenlast eines Raumes wirksam reduzieren!

Vorteile

  • reduzieren die Virenlast im Raum erheblich
  • mindern Ansteckungsgefahr
  • unterstützen reguläres Lüften

Nachteile

  • Kosten
  • Geräuschpegel könnte Arbeit im Raum stören

Gibt es Studien zu Luftreinigern?

Eine Studie der Uni Frankfurt testete Luftfilter in Klassenzimmern. Sie ergab, dass sich die Konzentration der Aerosole damit erheblich senken ließ: Nach einer halben Stunde Anwendung befanden sich bis zu 90 Prozent weniger Aerosole im Raum (3).

Fazit richtig Lüften - Ansteckung verhindern!

Im Inneren von Gebäuden ist es unerlässlich, für den Schutz derer zu sorgen, die sich dort aufhalten. Besonders im Winter reicht es nicht, nur das Fenster zu öffnen. Der Luftaustausch sollte vielmehr aktiv unterstützt werden. Hier bieten sich Luftfilteranlagen an. Je nach Art des Raumes können sie die Raumluft deutlich verbessern. Grundlegende Voraussetzung für ihr Funktionieren ist jedoch die regelmäßige Wartung.

Quellen

1)https://www.swrfernsehen.de/landesschau-rp/gutzuwissen/video-1424-aerosole-100.html
2)Umweltbundesamt: Das Risiko einer Übertragung von SARS-CoV-2 in Innenräumen lässt sich durch geeignete Lüftungsmaßnahmen reduzieren (Stand August 2020)
https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/2546/dokumente/irk_stellungnahme_lueften_sars-cov-2_0.pdf
3)Curtius et al, 2020: Testing mobile air purifiers in a school classroom: Reducing the airborne transmission risk for SARS-CoV-2.

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