Pilates: Kraft aus der Mitte
Pilates - eine Erfolgsgeschichte
Ende des 20. Jahrhundert trat Joseph Pilates, der Namensgeber des beliebten Koordinations- und Krafttrainings, seinen Siegeszug um die ganze Welt an. In den USA galt das Pilates-Training lange als „Fitnessgeheimnis der Stars“, bis es endlich seinen Einzug auch in deutschen Fitness-Studios hielt.
Was kaum jemand weiß: Der Erfinder dieses effektiven Ganzkörpertrainings, das zuvor jahrzehntelang in den USA boomte, war ein Deutscher.
Während des ersten Weltkrieges entwickelte der in Großbritannien inhaftierte Joseph H. Pilates diese bisher völlig neuartige Trainingsmethode.
Die von ihm entwickelten Übungen dienen
- der Stärkung der Rumpfmuskulatur,
- sorgen für eine gute Körperhaltung und
- verbessern Gesamtkonstitution.
Sein spezielles Konzept, welches er während der Gefangenschaft seinen Mithäftlingen angedeihen ließ, weitete Pilates nach seiner Freilassung aus: Die Trainingserfolge sprachen für sich!
Nach Kriegsende kehrte der Deutsche zurück in die Heimat und feilte weiter an seinem Trainingskonzept. 1923 wanderte er schließlich mit seiner Frau nach New York aus, wo sie gemeinsam das erste Pilates-Studio eröffneten.
In den 60-er Jahren waren die meisten ihrer Kunden New Yorker Tänzer. Noch blieb die Publicity aus. Seinen großen Bekanntheitsgrad erlangten Pilates und seine gleichnamige Trainingsmethode erst später. Seit er die Tänzerinnen des New York City Theaters in den von ihm entwickelten Kraft-, Dehn- und Atemmethoden unterwies, erlangte er schlagartig großes Ansehen.
Der bahnbrechende Erfolg der Pilates-Methode
Das Pilates-Training ähnelt in einigen Punkten der Tänzerei. Dies basiert auf der Geschichte des erfolgreichen Ganzkörper-Trainingskonzeptes. Aber worin genau liegen diese Parallelen?
Beispielsweise entwickelte J. Pilates die sogenannte „Grundstellung“, welche neben einem „neutralen Becken“ eine Fußposition erfordert, die stark an die einer Ballerina erinnert.
Pilates gab im Laufe seines Lebens vielen Tänzern und Tänzerinnen ihren letzten Schliff. Seine Trainingsmethoden bauen daher keine isolierten, verkürzten Muskeln auf. Diese hätten die Optik und die Fertigkeiten der Tänzer beeinträchtigt. Daher setzte der Deutsche auf komplexe Ganzkörperübungen, welche die gesamte Stützmuskulatur des Körpers aktivieren und kräftigen.
In Pilates‘ Konzept sorgt eine stetige Abfolge von Anspannung und Dehnung für eine optimal entwickelte, langgestreckte Muskulatur.

Das Pilates „Powerhouse“
Eine besondere Aufmerksamkeit erfährt das „Powerhouse“ oder die sogenannte „Mitte“. Dies meint nichts anderes als die Rumpfmuskulatur. Genau gesprochen handelt es sich hierbei um
- Bauch
- unteren Rücken
- innere Oberschenkel
- Beckenboden
Viele Kraftsportler trainierten fast ausschließlich ihre Extremitäten. Joseph Pilates hingegen befand, dass ein stabilisierter, kraftvoller Torso die absolute Grundvoraussetzung für volle sportliche Leistungsfähigkeit war. Denn wer über eine "trainierte Mitte“ verfügt, kann letztendlich die volle Schlag- und Sprungkraft von Armen und Beinen nutzen.
Langsam kommt man auch ans Ziel: Präzision statt Tempo
- Volle Körperkontrolle,
- Konzentration,
- bewusste Atmung,
- Wechsel zwischen An- und Entspannung,
- Bewegungsfluss und Koordination sowie
- eine Harmonie zwischen Körper und Geist
sind die Grundprinzipien des Pilates-Trainings.
Durch die langsame, präzise und kontrollierte Ausführung der einzelnen Übungen bzw. Übungsabfolgen sollen die kleinen Hilfsmuskeln bewusst aktiviert und gestärkt werden.
Die bewusste Atmung, welche auch als „laterale Atmung“ oder als „Akkordeon-Atmung“ bezeichnet wird, spielt innerhalb des Trainings eine wichtige Rolle. Zum einen soll – dadurch, dass seitlich in die Rippen geatmet wird – eine konstante Anspannung der Bauchmuskulatur erzielt werden. Zum anderen wirkt die von Pilates propagierte Atemtechnik Verspannungen entgegen und unterstützt die fließenden Bewegungsabläufe.
Pilates-Training : Was bringt‘s?
Das Pilates-Ganzkörpertraining erzielt meist rasche und nachhaltige Erfolge, da es gezielt
- Atemtechnik,
- Übungen zur Kräftigung großer Muskelgruppen,
- Übungen für die tiefe Stützmuskulatur,
- Stretching und
- Koordinationsübungen
miteinander kombiniert.
Unmittelbare Erfolge:
Umgehend bessern sich die
- gesamte Körperhaltung,
- der Gang,
- die Konzentration,
- das Körpergefühl,
- die Stimmung.
Wer regelmäßig teilnimmt, stellt fest, dass er bereits nach kurzer Zeit größer und selbstbewusster wirkt und sowohl im Gehen als auch im Stehen einfach „eine gute Figur“ abgibt.
Langfristige Ergebnisse:
Nach einer gewissen Zeit kann Pilates Rückenschmerzen dadurch lindern, dass die gestärkte Bauchmuskulatur wichtige Stützfunktionen wahrnimmt. Bei regelmäßiger Teilnahme profitieren auf Dauer
- der gesamte Beckenboden,
- die Seiten
- die Oberschenkel (Cellulite schwinden)
- die gesamte Körperkoordination
Langfristig beseitigt Pilates muskuläre Dysbalancen, kräftigt die komplette Rumpfmuskulatur und sorgt für ästhetisch definierte Muskeln an den Extremitäten.

Bild: depositphotos.com
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