Die besten Hausmittel gegen die 4 häufigsten Wechselbeschwerden

Dass die Wechseljahre „nur“ eine Hormonumstellung bedeuten und nicht als Erkrankung eingestuft werden, ist für Frauen, die in dieser Phase unter teils starken Beschwerden leiden, wenig Trost. Immerhin kennt rund ein Drittel der Frauen im Wechsel so schwere Symptome, dass sie in ihrer Lebensqualität und in ihrem Alltag stark beeinträchtigt sind. Doch es gibt eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten, die solche Beschwerden deutlich lindern.

Wir haben die bewährtesten Hausmittel und Methoden zur Bekämpfung der 4 häufigsten Wechselbeschwerden für Sie zusammengefasst:

Beschwerde Nr. 1: Hitzewallungen und Schweißausbrüche

Bis zu 85 Prozent aller Frauen in den Wechseljahren machen mit Hitzewallungen Bekanntschaft. Sie kündigen sich häufig mit einem Druckgefühl im Kopf oder einem diffusen Unwohlsein an. Danach folgt ein plötzliches, intensives Wärmegefühl. Diese Hitzeattacken breiten sich schließlich über Gesicht, Hals und Oberkörper aus. Häufige Begleiterscheinungen sind Herzklopfen bzw. Herzrasen. Außerdem versucht der Körper selbst mittels übermäßigen Schwitzens die Körpertemperatur wieder zu senken. Im Anschluss an diesen Schweißausbruch erleben viele Frauen ein mindestens genauso unangenehmes Kältegefühl und Frösteln.

Oft verschaffen jedoch schon einfache Tipps eine deutliche Linderung:

  • Wechselduschen

Starten Sie mit einer Wechseldusche in den Tag! Beginnen Sie mit warmem Wasser und schalten Sie dann um auf kaltes. Wem das zu heftig sein sollte, der kann auch das kalte Wasser nur über die Füße laufen lassen. Wiederholen Sie die Kalt-Warm-Dusche ein paar Mal und beenden Sie die Anwendung mit kaltem Wasser. Tagsüber können Sie auch abwechselnd warmes und kaltes Wasser über die Oberarme laufen lassen. Achten Sie in jedem Fall darauf, dass das Wasser möglichst kalt ist. Nur so löst die Dusche einen Temperaturreiz aus, der tatsächlich die Gefäße trainiert und dadurch die Wärmeregulation verbessert.

  • Pflanzliche Helfer aus der Natur

Gerade bei Wechselbeschwerden hält die Natur viele pflanzliche Helfer bereit. Bewährt haben sie unter anderen Salbeitee, der für seine schweißhemmende Wirkung bekannt ist. Bei akuten Schweißausbrüchen können Sie alternativ zu Fertigpräparaten in Form von Kapseln oder einer flüssigen Tinktur greifen. Auch Traubensilberkerze, Rotklee, Soja und Rhabarberwurzel besitzen östrogenähnliche Eigenschaften, die sich insbesondere auf Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüche positiv auswirken können. Mönchspfeffer trägt ebenfalls zur Regulierung des Hormonhaushalts bei und verschafft so Linderung bei Hitzewallungen. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass bei pflanzlichen Heilmitteln etwas Geduld gefragt ist. Meist dauert es mindestens vier Wochen, bis eine deutliche Linderung der Symptome eintritt.

  • Sport treiben

Mit einem regelmäßigen Bewegungsprogramm lassen sich die meisten Wechseljahrbeschwerden deutlich lindern, so auch Hitzewallungen. Zahlreiche Studien belegen, dass Frauen, die sich sportlich betätigen, weniger häufig unter Hitzewallungen leiden. Denn Sport stabilisiert nicht nur den Blutdruck und stärkt Herz, Kreislauf, Blutgefäße und Muskulatur. Er hält auch den Temperaturregler im Gehirn besser im Gleichgewicht.

  • Kaffee und Alkohol meiden

Manche Faktoren begünstigen nachweislich die Entstehung von Hitzewallungen. Dazu zählen Stress und Übergewicht, aber auch bestimmte Nahrungsmittel wie Kaffee, Schwarztee sowie stark gewürzte Speisen. Sie alle wirken gefäßerweiternd und können so Hitzewallungen begünstigen. Auch Alkohol und Nikotin senken den Östrogenspiegel zusätzlich ab und irritieren den Temperaturregler.

 

  • Leichte Kost

Gewichtsschwankungen sind in den Wechseljahren keine Seltenheit. Diese hängen jedoch nicht ausschließlich mit dem veränderten Hormonhaushalt zusammen. Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich auch der Stoffwechsel. Der tägliche Grundumsatz sinkt, die Muskelmasse nimmt ab und der Körper benötigt weniger Energie. Wer sein Essverhalten nicht an diese Veränderung anpasst, führt dem Körper zu viel Energie zu und Übergewicht entsteht. Achten Sie daher auf eine ausgewogene, leichte Kost mit einer geringen Energie-, aber hohen Nährstoffdichte. Zu empfehlen sind vor allem

  • Obst und Gemüse
  • Salate
  • Hülsenfrüchte
  • Vollkornprodukte
  • fettarme Milchprodukte
  • mageres Fleisch

Zusammen mit Bewegung baut ein bewusstes Essverhalten Übergewicht ab, wirkt ausgleichend auf alle Körperfunktionen und reduziert so auch die Hitzewallungen. Ebenso wichtig: Viel trinken!

Hitzewallungen? Kühlen Kopf bewahren und rechtzeitig vorbeugen hilft!

Folgende Tipps können Ihnen dabei helfen, lästigen Hitzeattacken in den Wechseljahren zu mindern oder gar komplett zu verhindern:

  • Wechselduschen (kaltes Wasser löst einen Temperaturreiz aus, der die Gefäße trainiert und dadurch die Wärmeregulation verbessert)
  • Zahlreiche Heilpflanzen besitzen sogenannte Pflanzenöstrogene, die sich positiv auf die Hitzeschübe auswirken. Soja und Rotklee etwa enthalten Isoflavone, die als sanfte, aber wirkungsvolle Alternative zu Hormonpräparaten gelten. Salbei hilft gegen Schweißausbrüche und nächtliches Schwitzen.
  • Sport stärkt den Körper und hält den Temperaturregler im Gehirn besser im Gleichgewicht.
  • Leichte Kost und genügend Flüssigkeit helfen dabei, Übergewicht zu vermeiden und Hitzewallungen zu reduzieren.

Beschwerde Nr. 2: Schlaflosigkeit

Schlafstörungen gehören zu den belastendsten Symptomen in den Wechseljahren. Zurückzuführen sind sie einerseits auf den sinkenden Östrogenspiegel, andererseits werden ab einem gewissen Alter weniger Botenstoffe wie Acetylcholin und Noradrenalin ausschüttet und Melatonin, auch als Schlafhormon bezeichnet, reduziert sich. Wichtig ist, bei auftretenden Schlafstörungen nicht in Panik zu geraten. Viele Frauen kennen das Problem in diesem Lebensabschnitt und es gibt einfache Tipps, die Ihnen dabei helfen, wieder zu mehr nächtlicher Ruhe zu finden.

Achten Sie allen voran auf eine gesunde Schlafhygiene. Verzichten Sie ab dem frühen Nachmittag auf Kaffee und schweres Essen. Sorgen Sie dafür, dass im Schlafzimmer möglichst angenehme Temperaturen und eine entsprechende Dunkelheit herrschen. Auch regelmäßiger Ausdauersport (mindestens 2 Stunden vor dem zu Bett gehen) kann bei Schlafproblemen helfen. Besonders bewährt haben sich auch pflanzliche Arzneimittel mit Baldrian, Passionsblume, Melisse, Johanniskraut, Lavendel und Hopfen. Sie wirken gut, sind besonders verträglich und ihr Abhängigkeitsrisiko ist sehr gering.

Die besten pflanzlichen Arzneimittel bei Schlafstörungen in den Wechseljahren

Wer in den Wechseljahren an Schlafstörungen leidet, sollte möglichst auf chemische Schlafmittel verzichten. Denn die Gefahr, abhängig zu werden, ist groß. Als sanfte Alternative haben sich schlaffördernde und beruhigende Tees oder Extrakte aus Hopfen, Baldrian, Melisse oder Passionsblume bewährt. Traubensilberkerze und Salbei wirkt gegen Hitzewallungen und Schweißausbrüche, die viele Frauen auch in der Nacht quälen.

Tipp: Bei pflanzlichen Heilmitteln braucht es mitunter etwas Geduld. Oft tritt die gewünschte Wirkung erst nach drei oder vier Wochen ein.

Beschwerde Nr. 3: Depressionen

Die hormonellen Veränderungen während der Wechseljahre schlagen vielen Frauen auf das Gemüt. Der Mangel an Östrogen, das stimmungsaufhellend und aktivierend wirkt, steigert auch das Risiko, an depressiven Verstimmungen zu erkranken. Hinzu kommt die Tatsache, dass der Wechsel ein Wendepunkt im Leben vieler Frauen ist, der sie nachdenklich stimmt. Entscheidende Lebensziele sind erreicht, die Kinder sind außer Haus,… und was nun? Nehmen Sie sich Zeit, genau das herauszufinden! Setzen Sie sich neue Ziele, starten Sie Projekte, für die bisher die Zeit gefehlt hat und gönnen Sie sich ein Stück Egoismus, für den bisher kein Platz war. Ebenso hilfreich gegen Stimmungsschwankungen: Sport. Regelmäßige Bewegung entspannt und baut Stress ab. Die Körperwahrnehmung wird gestärkt und bei vielen Sportarten ergeben sich auch neue soziale Kontakte. Eine gesunde Lebensweise und ausgewogene Ernährung sind ebenfalls wichtige Maßnahmen, die dabei helfen, Stimmungsschwankungen und Depressionen zu vermeiden. Vor allem Lebensmitteln mit Omega-Fettsäuren, B-Vitaminen und Carnitin kommt eine besondere Bedeutung zu.

Zusätzlich kann man sich bei leichten Beschwerden Unterstützung aus dem Pflanzenreich besorgen. Speziell Johanniskraut, Passionsblume, Melisse, Hopfen oder Orangenblüten versprechen Linderung bei Stimmungsschwankungen und depressiven Verstimmungen. Viele Apotheken führen auch Kombi-Produkte wie „Gute Laune Tees“ oder diverse Kapseln.

Machen die Wechseljahre depressiv?

Leichte Gemütsschwankungen und depressive Verstimmungen in den Wechseljahren können Sie mit einfachen Mitteln selbst bekämpfen. Handelt es sich jedoch um ein länger andauerndes Stimmungstief, sollten Sie in jedem Fall mit einem Arzt Rücksprache halten. Echte Depressionen kommen in den Wechseljahren zwar nicht häufiger vor als in anderen Lebensabschnitten. Aber Frauen, die bereits vor dem Wechsel eine Depression erlebt haben, rutschen jetzt leichter als andere noch einmal in diesen Zustand.

Beschwerde Nr. 4: Scheidentrockenheit

Bereits einige Jahre vor der letzten Regelblutung beginnt der Östrogenspiegel zu sinken. Die Vaginalschleimhaut wird dünner, ist schlechter durchblutet und produziert weniger Feuchtigkeit. Nicht nur beim Sex, sondern auch bei alltäglichen Bewegungen führt das zu Jucken, Brennen, Schmerzen und Mikroverletzungen. Außerdem wird die Scheide anfälliger für Infektionen und Pilzerkrankungen. Nach den Wechseljahren ist sogar jede dritte Frau von Scheidentrockenheit betroffen. Leider lassen sich die wenigsten behandeln, obwohl es sehr wirksame Methoden gibt.

Hier die 5 wichtigsten Tipps bei Scheidentrockenheit in den Wechseljahren*:

  • Für die tägliche Hygiene reicht klares, lauwarmes Wasser. Übertriebene Intimhygiene hingegen greift den natürlichen Schutzfilm der Vagina an.
  • Regelmäßiger Sport stärkt die Muskeln im Beckenboden und fördert die Durchblutung im Unterleib.
  • Zur Befeuchtung der Schleimhäute gibt es eine Vielzahl an Präparaten, die häufig Hyaloronsäure enthalten.
  • Auch der Aufbau eines gesunden Scheidenmilieus mit Milchsäurebakterien ist ein wichtiges Thema.
  • Eine Leinsamen-Kur (einfach 1 x täglich geschroteten Leinsamen in Joghurt oder Müsli einrühren und einnehmen) gilt als bewährtes Hausmittel bei Scheidentrockenheit. Leinsamen enthalten sogenannten Lignane und Phytohormone, die ähnlich wie das Östrogen die Schleimproduktion anregen.

*Quelle: aus der Broschüre „Hausmittel für Frauen“ der Salzburger Gebietskrankenkasse.  

Fazit

Untersuchungen haben gezeigt, dass Frauen, die regelmäßig Sport betreiben, sich gesund ernähren, nicht rauchen und auf Alkohol verzichten nicht nur beschwerdefreier, sondern auch um bis zu zwei Jahre später in die Wechseljahre kommen. Das wiederum führt in vielen Fällen dazu, dass diese Frauen die Wechseljahre auch schneller als andere hinter sich bringen. Es gibt also viele Stellschrauben, an denen Sie selbst drehen können, um leichte Beschwerden im Wechsel in den Griff zu bekommen. Trotzdem empfiehlt es sich, bereits erste Symptome ärztlich abklären zu lassen. Einerseits kann Ihr Arzt mithilfe einer Blutuntersuchung Ihren Hormonstatus bestimmen. Daran erkennt er, ob Sie bereits in den Wechseljahren sind und in welcher Phase Sie sich befinden. Außerdem ist es wichtig, dass Sie, bevor Sie mit einer Therapie – sei es mit natürlichen, pflanzlichen Hilfsmitteln oder einer Hormonersatz-Therapie – starten, auch andere Faktoren wie eine mögliche Herzerkrankung ausschließen.