Die 4 Phasen der Wechseljahre und ihre Symptome

Es ist eine Phase des Umbruchs. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt, der an kaum einer Frau spurlos vorübergeht: Die Rede ist von den Wechseljahren, die für jede eine ganz individuelle Erfahrung darstellen. Für viele Frauen sind die Wechseljahre ein gefürchteter Wendepunkt. Niemand kann vorhersehen, welche Beschwerden in dieser Phase auf eine Frau zukommen und  wie sehr diese die Lebensqualität beeinträchtigen werden. Doch die gute Nachricht lautet: In vielen Fällen sind die Sorgen unberechtigt. Rund ein Drittel der Frauen durchschreiten die Wechseljahre ohne Beschwerden. Bei einem weiteren Drittel sind die Symptome der Wechseljahre so leicht, dass die Frauen keine Behandlung für nötig halten. Ein Drittel jedoch erlebt diese Zeit als eine Phase, in der die Lebensqualität deutlich leidet, was eine Behandlung sinnvoll macht.

Allen Frauen gemein ist, dass sich ihr Hormonhaushalt während dieser Zeit „im Umbau“ befindet. Die Veränderungen passieren allerdings nicht schlagartig. Wir zeigen auf, welche Symptome erste Anzeichen für den Eintritt in die Wechseljahre sein können, welche Phasen Sie als Frau dabei durchschreiten, wie sich im Laufe der Zeit die Beschwerden verändern können und wie Sie diese mit einfachen Hilfsmitteln in den Griff bekommen.

Phase 1: Prämenopause

Ab dem 40. Lebensjahr startet der Körper die ersten Vorbereitungen, um die fruchtbare Lebensphase zu beenden. Er reduziert allmählich die Produktion der weiblichen Hormone Progesteron und Östrogen. Beide haben Auswirkungen auf den Zyklus, der bereits ab diesem Zeitpunkt erste Unregelmäßigkeiten aufweisen kann. Meist werden die Menstruationszyklen länger, die Blutungen selbst dagegen kürzer. Doch auch länger anhaltende oder sehr starke Blutungen sind möglich. Zwischenblutungen treten ebenfalls häufiger auf. Dennoch wird bereits in dieser Phase der Vorrat an Eizellen in den Eierstöcken langsam weniger und die Umstellung des hormonellen Gleichgewichts beginnt.

Weitere typische erste Anzeichen für den Beginn der Wechseljahre können

• erhöhte Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen
• Spannungsgefühle in der Brust
• Wassereinlagerungen
• Gewichtszunahme
• Gelenksschmerzen
• Migräne oder
• Schilddrüsenprobleme sein.

Noch zu jung für die Wechseljahre?  Ab wann die Prämenopause eintreten kann.

Knapp über 40 will eigentlich keine Frau die „Diagnose“ Wechseljahre zu hören bekommen. Trotzdem sollten Sie sich bewusst machen, dass sehr viele Frauen bereits um die 40 in die Phase der Prämenopause eintreten. „Prä“ bedeutet „vor“ und „Menopause“ ist der Zeitpunkt der letzten Monatsblutung. In dieser Phase kommt es also immer noch zu Blutungen. Diese werden jedoch unregelmäßiger. Wenn zudem Symptome wie Stimmungsschwankungen, eine erhöhte Reizbarkeit, vermehrte Wassereinlagerungen und eine damit verbundene Gewichtszunahme, Gelenksschmerzen oder wiederholte Migräne-Attacken hinzukommen, kann das ein Zeichen dafür sein, dass die erste Phase der Wechseljahre begonnen hat.

Phase 2: Perimenopause

Die Phase ein bis zwei Jahre vor und bis zu einem Jahr nach der letzten Regelblutung wird als Perimenopause bezeichnet. Die Abstände zwischen den immer schwächer werdenden Regelblutungen werden größer und die Produktion der Östrogene nimmt kontinuierlich ab, bis die Eierstöcke die Östrogenproduktion vollkommen einstellen. Speziell in dieser Zeit, die den eigentlichen „Wechsel“ markiert, kennen viele Frauen eine Zunahme der Beschwerden, die jetzt auch am stärksten auftreten. So ist Östrogen beispielsweise für den niedrigen Blutdruck der meisten Frauen verantwortlich. Sinkt die Konzentration des Hormons, kommt es zu Bluthochdruck.

Zu den häufigsten weiteren Symptomen in dieser Zeit zählen

  • aufsteigende Hitzewallungen und Schweißausbrüche
    • Nachtschweiß und Schlafstörungen
    • starke Müdigkeit und Antriebslosigkeit
    • Konzentrationsstörungen
    • Herzbeschwerden
    • Schwindel und Kreislaufbeschwerden
    • depressive Stimmungsschwankungen
    • trockene Haut und Schleimhäute, oftmals einhergehend mit Juckreiz
    • Libidoverlust
    • verstärkter Harndrang.

Wie lange dauert die „heiße Phase“ der Wechseljahre?

Sobald die Perimenopause beginnt, nehmen die Beschwerden der Wechseljahre meist deutlich zu. Die Hitzewallungen werden stärker, die Schlafstörungen nehmen zu, die Haut und Schleimhäute werden noch trockener. Wann diese Phase beginnt und wie lange sie dauert, ist individuell verschieden. Lange galt eine Zeitspanne von sechs Monaten bis zu vier Jahren als typisch. Einer Studie (https://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/fullarticle/2110996) der Wake Forest School of Medicine in North Carolina zufolge, leiden Frauen im Schnitt für 7,4 Jahre an Wechseljahresbeschwerden. Ebenfalls auffallend: Je früher die Symptome begannen, desto länger blieben sie bestehen. Bei Frauen, deren Beschwerden schon in der Prämenopause einsetzten, blieben sie durchschnittlich 11,8 Jahre bestehen. Setzten die Symptome dagegen erst in der Postmenopause ein, hielten sie im Schnitt nur 3,4 Jahre an.

Phase 3: Menopause

Als Menopause wird der Zeitpunkt der letzten Periode und damit der Beginn der Unfruchtbarkeit bezeichnet. Im Durchschnitt sind Frauen bei ihrer letzten Regelblutung 51 Jahre alt. Der genaue Zeitpunkt der Menopause lässt sich jedoch erst rückwirkend definieren, wenn ein Jahr lang keine Monatsblutung erfolgt ist. Hormonell ist diese Phase insbesondere durch einen Östrogenabfall gekennzeichnet.

Phase 4: Postmenopause

Zwölf Monate nach der letzten Regelblutung beginnt die Postmenopause. In dieser Phase kommt der Hormonhaushalt im weiblichen Körper langsam wieder zur Ruhe, da er sich auf einem neuen Niveau einpendelt. Meist bessern sich damit auch die typischen Beschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Dafür haben manche Frauen aufgrund der niedrigen Östrogenkonzentration mit neuen Beschwerden zu kämpfen, darunter Antriebslosigkeit oder Schlafstörungen. Viele beobachten auch, dass nun die Schleimhäute trockener und die Haare dünner werden. Auch die Faltenbildung kann zunehmen. Außerdem nimmt in der Postmenopause die Knochendichte ab. Da die Einstellung der Östrogenproduktion den Knochenabbau begünstigt, kann vom Gynäkologen unter Umständen eine Osteoporoseprophylaxe für sinnvoll erachtet werden. In jedem Fall sollten Sie spätestens ab jetzt für eine ausreichende Versorgung der Körpers mit Vitamin D und Kalzium sorgen.

Ein weiteres leidiges Thema vieler Frauen in dieser Zeit sind Rückenschmerzen, die meist durch eine Abnahme der Muskelkraft bedingt sind. Daher sollte man während der Wechseljahre versuchen, die Rückenmuskulatur verstärkt zu trainieren. Auch die Versorgung mit den richtigen Nährstoffen spielt beim Muskelaufbau eine bedeutende Rolle.

In diesem Lebensalter – die meisten Frauen befinden sich zwischen dem 50. und 65. Lebensjahr in der Postmenopause – steigt außerdem auch die Anfälligkeit für Diabetes sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Grund: Östrogen hat eine positive Wirkung auf das „gute“ HDL-Cholesterin. Es erweitert die Blutgefäße und wirkt durchblutungsfördernd. Da die Östrogenproduktion nun zum Erliegen gekommen ist, fehlt diese positive Wirkung.

Die Übergänge zwischen den vier genannten Phasen sind fließend, wobei der Verlauf bei jeder Frau anders sein kann. Da auch ein Wiederaufflackern der Aktivität der Eierstöcke nichts Ungewöhnliches ist, können sich einzelne Phasen sogar mehrmals abwechseln. Bei manchen Frauen dauert der Umbau des Hormonhaushalts nur wenige Monate. Ein Großteil aber befindet sich tatsächlich Jahre in der Phase des Klimakteriums.

Postmenopause: Wenn der Hormonspiegel wieder zur Ruhe kommt

Nach den hormonell turbulenten Phasen der Perimeno- und Menopause stellt sich im letzten Abschnitt der Wechseljahre der weibliche Organismus langsam aber sicher auf die veränderte hormonelle Situation ein und findet eine neue Balance. Die Östrogenproduktion verringert sich kontinuierlich, bis schließlich gar keine Östrogene mehr produziert werden. Typische Wechseljahrebeschwerden verringern sich deutlich. Doch durch das Schwinden der Östrogene kommt es häufig zu einem Verlust der Knochendichte. Auch die Gefahr von Diabetes sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt.

Fazit

Wann die Wechseljahre beginnen und über welchen Zeitraum sie sich erstrecken, ist von Frau zu Frau verschieden. Viele haben jedoch in dieser Zeit aufgrund des sinkenden Östrogenspiegels mit unterschiedlichen Beschwerden zu kämpfen: von Hitzewallungen über Schlaflosigkeit bis hin zu Depressionen. Wichtig ist eines: Bevor Sie selbst zu diversen pflanzlichen Hilfsmitteln – diese haben sich in vielen Fällen durchaus bewährt – greifen, lassen Sie Ihre Symptome ärztlich abklären. Speziell Herz-Kreislauf-Beschwerden, Schlafstörungen oder depressive Verstimmungen können unter Umständen auch andere Hintergründe haben.