Die 5 häufigsten Ursachen für Hautausschläge

Sie ist unser größtes Organ und im Grund genommen so etwas wie eine vielbeschäftige „Firewall“, die unseren Körper vor der Außenwelt schützt. Gleichzeitig ist sie ein Spiegelbild unseres Innenlebens und damit ein Barometer unseres Gesundheitszustandes: die Haut. Veränderungen des Hautbildes wie Flecken, Bläschen oder rissige Stellen sollte man daher durchaus ernst nehmen. Diese können ganz plötzlich und an verschiedenen Körperstellen auftreten.

Wir zeigen, welche Alarmzeichen unsere Haut am öftesten gibt und welche Ursachen sich hinter Hautausschlägen und Irritationen verbergen.

Vorab noch eine wichtige Unterscheidung: Auch wenn umgangssprachlich in den meisten Fällen von einem Ausschlag gesprochen wird, besteht ein Unterschied zwischen einem Hautausschlag, auch Exanthem genannt, und einem Ekzem.

  • Ein Hautausschlag taucht meist als Symptom auf. Allergien, Unverträglichkeiten oder Infekte können für den Ausbruch verantwortlich sein. Dieser Ausschlag betrifft in der Regel den ganzen Körper, allerdings nicht primär die oberste Hautschicht. Zumeist hat er innere Auslöser.
  • Im Gegensatz dazu werden Ekzeme überwiegend durch äußere Faktoren, wie eine Kontaktallergie, verursacht. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der obersten Hautschicht. Mit bis zu 20 Prozent stellen sie den größten Anteil an Hauterkrankungen dar und sind ein Sammelbegriff für entzündliche, meist juckende, nicht ansteckende Hauterkrankungen. Allerdings gibt es neben exogenen auch endogene Ekzeme. Diese betreffen etwa zehn Prozent der Bevölkerung, die eine entsprechende genetische Veranlagung mitbringen. Das häufigste endogene Ekzem ist das sogenannte atopische Ekzem – die Neurodermitis.

Ursache Nr. 1: Allergien und Unverträglichkeiten

Eine der häufigsten Ursachen für unangenehme Hautausschläge ist eine allergische Reaktion. Ein Nesselausschlag beispielweise ist ein typisches Anzeichen für eine Histamin-Intoleranz. Sie kann aber auch ein mögliches Symptom einer Tierhaarallergie sein. Die atopische Dermatitis, besser bekannt unter dem Namen Neurodermitis, ist wahrscheinlich die häufigste Erkrankung der Haut, die mit einer allergischen Reaktion einhergeht. Als Auslöser gelten unter anderem Allergene aus der Luft, wie beispielsweise Gräser und Pollen oder Nahrungsmittelallergien. Typische Anzeichen dieser Erkrankung sind juckende und trockene Hautausschläge besonders in den Kniekehlen und Armbeugen, die häufig im Kindesalter erstmals auftreten.

Aber Vorsicht! Auch wenn Sie kein Allergiker sind, können solche Hautirritationen auftreten. Das sogenannte toxische Kontaktekzem bzw. eine Kontaktallergie kann sowohl bei Allergikern als auch bei Nicht-Allergikern auftreten. Häufig wird sie durch bestimmte Reinigungsmittel verursacht, mit denen die Haut in Kontakt getreten ist. Aber auch bestimmte Pflanzen oder Stoffe wie Latex können bei Menschen, die viel damit agieren, zu Ausschlägen führen. Die Hautveränderungen treten in der Regel genau in dem Bereich auf, der mit einer gewissen Substanz in Kontakt gekommen ist. Typische Reaktionen sind Rötungen und Juckreiz, bei schweren Formen kann sogar eine Bläschenbildung auftreten. Als Folge kann die Haut schuppig werden und verkrusten. Im Normalfall erholt sie sich jedoch vollständig, wenn sie mit den Allergenen nicht mehr in Berührung kommt.

Auch Kosmetikartikel können zu derartigen Kontaktekzemen führen. Wenn Ihre Haut nach einem Produktwechsel empfindlich reagiert, kann es also durchaus sein, dass ein bestimmter Inhaltsstoff diese Hautirritation hervorgerufen hat. Speziell Konservierungsmittel oder Duftstoffe gelten hier als typische Auslöser. Viele Menschen reagieren auch überempfindlich auf die Inhaltsstoffe bestimmter Sonnenöle. Die so genannte Mallorca-Akne ist ein Beispiel dafür. Sie ist also keine allergische Reaktion des Körpers auf die Sonne selbst, sondern auf den benutzten Lichtschutz.

Die Haut ist einer der verlässlichsten Indikatoren für eine Allergie

Nach den Atemwegen ist die Haut jene Körperstelle, an der sich Allergiesymptome am häufigsten äußern. In den meisten Fällen reagiert sie bei Kontakt mit verschiedenen Stoffen wie Reinigungsmitteln oder Tierhaaren. Typisches Anzeichen einer Histamin-Intoleranz oder Tierhaar-Allergie ist ein Nesselausschlag. Aber auch Nicht-Allergiker können empfindlich auf bestimmte Substanzen, beispielsweise in Kosmetikprodukten, reagieren.

Ursache Nr. 2: Infektionen durch Viren oder Bakterien

Bei Kindern ein riesen Thema, bei Erwachsenen jedoch seltener, sind Infektionskrankheiten als Auslöser eines Ausschlags. Masern, Windpocken, die Hand-Fuß-Mund-Krankheit, Scharlach oder das Dreitagefieber – sie alle gehen mit zum Teil hochansteckenden Hautausschlägen einher. Ausgelöst werden sie durch Erreger, die Toxine einschleusen oder eine Immunreaktion des Körpers bewirken.

Bei Erwachsenen kann es passieren, dass eine wiederauflebende Infektion mit Herpes-zoster-Viren (diese lösen beim Erstkontakt Windpocken aus) zu einem schmerzhaften Hautausschlag im Rücken-Brust-Bereich, im Gesicht oder am Ohr führt. All das sind typische Anzeichen einer sogenannten Gürtelrose.

Ebenfalls ein Alarmzeichen der Haut und ein Grund, in jedem Fall den Arzt aufzusuchen, sind Rötungen, die sich ringförmig um die Einstichstelle ausbreiten (Wanderröte). Es könnte sich dabei um erste Anzeichen einer Borrelien-Infektion, ausgelöst durch einen Zeckenstich, handeln.

Der Hautausschlag als Indiz für einen Infekt  

Zahlreiche Infektionskrankheiten, allen voran die typischen „Kinderkrankheiten“, gehen mit einem Hautausschlag einher. Die häufigsten Verursacher dieser Infektionen sind:

  • Bakterien: Scharlach, Wundrose, Borreliose
  • Viren: Gürtelrose, Masern, Windpocken, Röteln, Hand-Fuß-Mund-Krankheit
  • Pilze: Fußpilz, Hautflechte
  • Parasiten wie Milben können zu einem Krätze-Hautausschlag führen.

Ursache Nr. 3: Durchblutungsstörungen und Venenprobleme

Auch eine gestörte Funktion der Venen, in der Fachsprache als Veneninsuffizienz bezeichnet, ist ein möglicher Auslöser von Hautirritationen. In diesem Fall spricht man von einem Stauungsekzem oder einer Stauungsdermatitis. Diese äußert sich meist in Form von bläulichen oder rötlichen Verfärbungen der Haut, die einen Juckreiz verursachen können. Zu den weiteren möglichen Beschwerden zählen Schmerzen in den Waden sowie geschwollene und schwere Beine. Beim Stehen verschlimmert sich dieser Zustand.

Auslöser ist eine schlechte Durchblutung. In der Folge sammelt sich Blut in den Venen der Unterschenkel an. Manchmal kann ein Stauungsekzem aber auch bei venengesunden Menschen auftreten.

Ursache Nr. 4: Ein erhöhter Blutzuckerspiegel

Bei bis zu 80 Prozent der Menschen mit Diabetes treten bereits im Frühstadium Hautveränderungen auf. Der Grund: Der Körper scheidet überschüssigen Zucker vermehrt über den Urin aus und verliert dadurch so viel Wasser, dass die Haut trocken wird. Die Folge ist rissige, juckende und leicht verletzliche Haut, über die Krankheitserreger wie Pilze oder Bakterien leicht eindringen können. Sollten Sie immer wieder von schlecht heilenden Wunden oder wiederkehrenden Pilzinfektionen wie zum Beispiel Fußpilz betroffen sein, ist eine ärztliche Abklärung dringend anzuraten.

Rund die Hälfte aller Diabetiker kennt aus leidvoller, eigener Erfahrung die  sogenannte diabetische Dermopathie. Dabei bilden sich meist an den Unterschenkeln schmerzlose, scharf begrenzte ovale rötlich-braune gerötete Areale. Ursache dafür ist eine durch den erhöhten Blutzuckerspiegel ausgelöste Schädigung der Blutgefäße in der Haut.

Warum Hautveränderungen auf Diabetes hinweisen können

Die Haut gilt als Frühwarnsystem bei Diabetes. Eine trockene, rissige Haut kann ein erstes Anzeichen sein. Sie entsteht, da der Körper verstärkt Zucker über den Urin ausscheidet und dabei Flüssigkeit verliert. Patienten mit Diabetes leiden zudem häufig an Nervenschäden und Durchblutungsstörungen, die begünstigende Faktoren von Hautveränderungen sind. Durch eine schlechte Durchblutung leidet die Nährstoffversorgung der Haut und sie wird trocken und empfindlich. Auch die Wundheilung verschlechtert sich. Nervenschädigungen führen dazu, dass Patienten warnende Schmerzen weniger wahrnehmen. Druckstellen können entstehen und Juckreiz beginnt.

Ursache Nr. 5: Eine Reaktion auf Medikamente

Nahezu jedes Medikament kann Nebenwirkungen haben. Wenn diese auftreten, ist die Haut am häufigsten betroffen. Das sogenannte Arzneimittelexanthem ist mit rund 40 Prozent die häufigste Variante allergischer Arzneimittelreaktionen. Typische Anzeichen sind klein- oder großfleckige Ausschläge. Fast ebenso oft tritt eine Nesselsucht auf, bei der sich an wechselnden Stellen immer wieder Quaddeln bilden.

Wie schnell der Körper auf ein Arzneimittel reagiert, ist sehr unterschiedlich. Zum Teil treten Hautausschläge innerhalb von Minuten auf, andere erst verzögert zwischen dem siebten bis zwölften Tag. Meist verlaufen sie jedoch harmlos und klingen von selbst wieder ab, wenn der Patient das Medikament absetzt.

Zu den häufigsten Medikamenten, die eine Arzneimittelallergie bzw. –pseudoallergie hervorrufen können, gehören Antibiotika, Schmerz- und Rheumamedikamente, Insuline, Heparine, Schilddrüsenhormone, Anti-Epileptika und Psychopharmaka sowie Gicht- und Herz-Kreislauf-Medikamente. Gerade in der Kombination mit Sonneneinstrahlung kann auch Johanneskraut, ein Mittel, das bei leichten Depressionen verschrieben wird, zu Hautreaktionen führen. In diesen Fällen, also bei einer Wechselwirkung zwischen Arzneimitteln und Sonnenstrahlung, spricht man in Fachkreisen von einem sogenannten photoallergischen Ekzem. Die Hautveränderungen treten dabei in der Regel nur in dem Bereich auf, der dem Sonnenlicht ausgesetzt war.

Wenn Arzneimittel die Haut „krank“ machen

Viele Menschen reagieren überempfindlich auf bestimmte Inhaltstoffe von Medikamenten. Auslöser solcher Hautausschläge sind häufig:

  • Antibiotika: Speziell Penicillin kann rot, knotig-fleckig und stark juckenden Ausschlag verursachen. Ein derartiges Exanthem beginnt meist am Körperstamm, Nacken und Gesicht und breitet sich weiter über Arme und Beine aus.
  • Schmerzmittel
  • Anti-Epileptika
  • Psychopharmaka wie Antidepressiva
  • Röntgenkontrastmittel
  • Lokalanästhetika
  • Blutdrucksenker
  • Schildrüsenhormone
  • Insuline
  • Heparine

Ursache Nr. 6: Überpflege

Immer wieder überfordern Menschen ihre Haut mit einem Übermaß an Pflege- und Kosmetikprodukten. Wer zu viele Pflegemittel mit unterschiedlichen Zusammensetzungen oder für den falschen Hauttyp verwendet, kann der Haut auf Dauer mehr schaden als nützen. Denn ein zu viel an Pflege zerstört den natürlichen Säureschutzmantel der Haut, was sie anfälliger macht. Auch übermäßiges Duschen oder Baden kann ein derartiges Ekzem, genannt periorale Dermatitis oder Mundrose, begünstigen. Zusätzlich können äußere Einflüsse wie die Einnahme der Antibabypille oder Sonnenlicht diese Irritationen auslösen bzw. verstärken.

Die häufigsten Symptome sind kleine rötliche Knoten mit Eiterbläschen, die rund um den Mund und die Augen auftreten. Aus Unwissenheit reagieren viele falsch und setzen noch mehr bzw. zusätzliche Pflegeprodukte ein. Hilfreich ist jedoch nur das Gegenteil. Damit sich die irritierte Haut erholen kann, gilt es, so wenige Pflegeprodukte wie möglich zu verwenden.

Problemhaut durch zu viel Pflege?

Wer im Übermaß zu Pflegeprodukten und Kosmetika greift, läuft Gefahr an einer sogenannten Mundrose zu erkranken. Dabei ist speziell die Haut um den Mund gereizt, entzündet, gerötet und bildet Knötchen und Bläschen. Auch die Regionen um die Nase oder Augen können betroffen sein. Die Erkrankung ist harmlos, sollte aber ärztlich abgeklärt werden. Im Normalfall reicht eine Nulltherapie, also das Weglassen von Kosmetika und Pflegeprodukten aus, um die Haut wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Fazit

Hautausschläge sind unangenehm und können jeden treffen. Vom Kleinkind bis ins hohe Alter sind viele Menschen immer wieder davon betroffen. Die Ursachen, die hinter den oft juckenden Symptomen stecken, sind ebenso vielfältig wie ihr optisches Erscheinungsbild. In den meisten Fällen sind sie harmlos. Unter Umständen können Sie aber auch erste Anzeichen einer Allergie oder ernsthaften Erkrankung sein. Bei Veränderungen und Irritationen der Haut empfiehlt sich daher immer eine Rücksprache mit dem Arzt.